Marta Leschak
Malerei
Graphics
Вишивка
Künstlerin und Illustratorin aus Kolomyja, lebt und arbeitet derzeit in Lwiw. Sie studierte Grafikdesign an der Nationalen Universität "Lwiwska Polytechnika". Seit neun Jahren arbeitet sie im Bereich Illustration und Grafikdesign.
In ihrer künstlerischen Praxis verbindet sie naive Malerei mit Elementen der traditionellen ukrainischen Ikonographie und schafft einzigartige Werke, die Themen wie Spiritualität, Ökologie und die Verbindung des Menschen zur Natur erforschen. Besonderes Augenmer...
Über das Werk →
In meiner Kunst erforsche ich die Schnittstelle zwischen dem Sakralen und dem Alltäglichen durch das wiederkehrende Motiv des dreiaugigen Luchses, umgesetzt in einem naiven Kunststil, der traditionelle künstlerische Grenzen herausfordert. Meine Praxis umfasst zwei separate, aber miteinander verbundene Serien, die unsere Beziehungen zur Natur, Spiritualität und künstlerischen Freiheit untersuchen.
Die Serie "Heilige Luchse" interpretiert traditionelle Huzulen-Glasikonen durch eine alternative Realität neu, in der die Natur einen göttlichen Status erhält. Diese Werke untergraben spielerisch die religiöse Ikonographie und werfen gleichzeitig ernste Fragen zu unserer modernen spirituellen Krise und ökologischen Bewusstheit auf. Indem ich den Luchs — die größte Wildkatze Europas und eine in der Ukraine vom Aussterben bedrohte Art — zu einem heiligen Status erhebe, schaffe ich eine visuelle Metapher für die Heiligkeit der Natur. Die Werke bieten eine Welt, in der ökologische Fürsorge das Gewicht religiöser Hingabe trägt und die Betrachter dazu anregt, ihre Einstellung zur natürlichen Welt neu zu überdenken.
Meine großformatigen Gemälde mit dem dreiaugigen Luchs entstanden aus einer persönlichen künstlerischen Befreiung. Was als Übung zur Überwindung kreativer Ängste begann, entwickelte sich zu einer Erforschung künstlerischer Freiheit. Indem ich bewusst konventionelle Proportionen und "korrekte" Darstellungen ablehne, suche ich nach einer neuen visuellen Sprache. Das dritte Auge dient sowohl als Symbol für verstärkte Wahrnehmung als auch als bewusste Abkehr vom Realismus und lädt die Betrachter ein, ihre eigenen Vorurteile über künstlerischen Ausdruck zu hinterfragen.
In beiden Serien verwende ich einen naiven Stil, der akademische Anmaßung abbaut und ein direkteres und emotional ehrliches Engagement mit dem Thema ermöglicht. Der Luchs, der in seiner karpatischen Umgebung durch Abholzung, Tourismus und Trophäenjagd bedroht ist, wird zu einem kraftvollen Symbol für die Verletzlichkeit und Widerstandsfähigkeit der Natur. Durch diese Werke schaffe ich ein Metaversum, in dem Tiere menschliche Eigenschaften annehmen und die Verehrung der Natur traditionelle religiöse Hierarchien ersetzt.
Meine Arbeit legt nahe, dass in einer Welt, in der der Luchs wie ein Mensch lebt, die Menschen vielleicht lernen könnten, mehr wie ein Luchs zu leben — in Harmonie mit ihrer Umgebung und frei von selbst auferlegten Einschränkungen. Diese künstlerische Vision dient sowohl als Kritik an unserer aktuellen ökologischen Krise als auch als hoffnungsvoller Blick auf eine alternative Lebensweise.